Wo bleibst du richtig stur?

Oh je, was für eine Frage. Wer ist denn stur und gibt es auch noch zu? Gerade im beruflichen Umfeld ist das doch total negativ belastet. Wenn du stur bist, bist du nicht Teamfähig, lässt keine andere Meinung zu, denkst, dass Kompromisse was für Schwächling sind. Ergo sind sture Kollegen überhaupt nicht beliebt.

Aber ist es heute nicht so, dass Sturheit – bis zu einem gewissen Grad natürlich – auch eine gute und wichtige Eigenschaft ist?

Benutzen wir einfach mal ein Synonym für das Wort Sturheit. Spontan fallen mir dann Worte wie Beharrlichkeit, Verbissenheit oder Unnachgiebigkeit ein. Das klingt für mich eher positiv. Synonyme wie Dickköpfigkeit, Bockigkeit oder Starrsinn gehören für mich eher in die Kategorie Kleinkind oder „alte Menschen“. Denken wir nur an den berühmten Altersstarrsinn 😉 Diese Eigenschaften würde ich bei meinen Kollegen und Mitmenschen nicht sonderlich schätzen.

„Wer sich von der Wahrheit nicht besiegen lässt, der wird vom Irrtum besiegt“

Augustinus Aurelius

Ein bisschen Sturheit kann der eigenen Sache jedoch dienlich sein. Auch wenn es für andere nicht leicht ist. Bin ich in meiner Meinung gefestigt, bin ich nur schwer manipulierbar. Aktuell haben wir hier genügend Beispiele vor Augen. Sei es in der Politik, der Ernährung oder sonst wo. Immer taucht irgendwo ein Bericht auf, der uns ganz gezielt in eine Ecke drängen möchte und uns erzählen will, was wir jetzt zu tun und zu lassen haben. Hinterfragen wir das nicht oder erkennen nicht, dass es sich um sogenannte Fake-News handelt, wird es gefährlich. Genau so ist das mit unseren Ideen oder Vorschlägen. Bleiben wir nicht stur, gehen uns möglicherweise gute Chancen verloren oder ein anderer erntet die Lorbeeren. Wie sieht es mit Entscheidungen aus? Ich habe das Recht und auch die Pflicht jeden Tag hunderte von Entscheidungen zu treffen. Mit allen Konsequenzen. Ist es dann nicht hilfreich, wenn ich auf mich selber höre und dann eben auch mit ALLEN Konsequenzen klarkommen muss? Ständig kommt jemand, der mir sagen will, was ich tun oder lieber lassen soll. Er meint es ja nur gut mit mir. Aber ist es nicht viel wichtiger meine eigenen Grenzen kennenzulernen als die der anderen zu ertragen? Gibt mir nicht gerade das die Chance zu wachsen, wenn ich auf mich und meine Fähigkeiten vertraue?

Es ist wie immer im Leben – die Dosis macht´s.

Keiner arbeitet gern mit Menschen zusammen, die jede Entwicklung verhindern möchte, nur, weil man das ja noch nie so gemacht hat. Genauso ist es mit Leuten, die Lösungen und Verbesserungsvorschläge ignorieren, weil es nicht deren Idee war. Hier ist es wirklich wichtig, sich immer mal wieder selber zu hinterfragen. Kann ich die Meinung von anderen Menschen akzeptieren? Niemand weiß alles, jeder liegt mal falsch. Niemand erwartet, dass man sofort allem zustimmt. Aber zumindest, dass man über andere Aspekte und Meinungen nachdenkt.

Deine Vicki Janssen

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